Förderverein Biosphärengebiet Südschwarzwald/BI-Herzogenhorn.de


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Presse

Feldberg gegen Biosphäre
Stuttgart begreift wohl immer noch nicht
Zu: "Gerangel um die Biosphäre", Beitrag von Stefan Hupka (Land und Region, 24. Oktober): Dass es beim Regierungspräsidium Kopfschütteln über den Zwergenkönig Laurin vom Feldberg und seine Getreuen gibt, verwundert schon etwas. Dabei war das zu erwarten. Genauso ist zu erwarten, dass er sich wieder durchsetzt und den geforderten Freibrief erhält. Selbst die Stuttgarter Grünen haben es scheinbar noch immer nicht begriffen, mit wem sie es da zu tun haben. Vielleicht kommt es zu einem Umdenken, wenn Bürgermeister Wirbser den ersten Bauantrag für eine Achterbahn auf dem Höchsten stellt – und der Antrag kommt.Helmut Stolz, Freiburg
Biosphäre SÜDSCHWARZWALD Kompetenz der Bevölkerung gefragt. Zu den Beiträgen "Noch zu viele Unklarheiten", BZ vom 22. Oktober und "Mit 94 Hektar ist nun auch Hinterzarten mit dabei", BZ vom 24. Oktober.Zur Unterscheidung: Die Nationalparkidee ist älter und zielt schwerpunktmäßig auf den Naturschutz. Unesco-Biosphärengebiete haben einen ganz anderen Ansatz. Der Grundgedanke ist hier, dass vom Menschen ausgegangen wird und die Unesco gibt ein Instrument für Bürgerprojekte. Es heißt: "Im Biosphärengebiet werden die Menschen durch persönliche und finanzielle Förderung in der Umsetzung von Modellprojekten unterstützt." Gemeint ist im Kern die Bevölkerung eines Gebietes, nicht wie üblich vorrangig Bürgermeister und Verwaltungen. Die Bürger/innen erhalten so die Möglichkeit, eigenständig Initiative zu ergreifen. Jeder, der in einer Biosphäre lebt, kann innovative Ideen kreieren, um die Region weiter zu entwickeln. Die Kompetenz der Bevölkerung ist gefragt. Es geht um Fragen wie: Was fehlt uns vor Ort? Welche Qualitäten haben wir? Wie können wir unsere Lebenswelt nachbarschaftlich und zukunftsfähig gestalten? Ein neuer Dialog und Zusammenarbeit kann stattfinden. Damit wird auch die übergemeindliche Zusammenarbeit gefördert.

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Die Biosphäre als Blumenstrauß - die Kommunen und die Bevölkerung als die Akteure, die nicht mehr von Kirchturmdenken geleitet sind, sondern zukunftsfähige nachhaltige Projekte entwickeln, die von Zusammenarbeit und Solidarität getragen werden. Angesichts aktueller Herausforderungen brauchen wir diesen Schub mit bürgergetragener Innovation. Doch so viel Anspruch und Freiheit sind wir leider nicht gewohnt. Trotzdem haben viele Gemeinden die Chance verstanden und aufgegriffen. Bis zum 1. November entscheiden sich 32 Gemeinden für ihre Beteiligung. Der Hochschwarzwald glänzt zu großen Teilen mit Abwesenheit und verschenkt diese Eintrittskarte. Selbst wenn sich Feldberg noch auf den letzten Drücker zum Beitritt entschließt, werden die Ortsteile Altglashütten, Bärental, Neuglashütten, Falkau nicht dabei sein. Titisee-Neustadt als Mittelzentrum fehlt. Es ist absolut schade, dass die Bürgermeister und Gemeinderäte im Hochschwarzwald diese einmalige Chance für ihre Bevölkerung nicht gemeinsam aufgetan haben. Im Hochschwarzwald wird es bestenfalls einen Flickenteppich geben.Dagmar Schäfer, Feldberg


BZ 21.10.2015 St. Blasien
Kommt das Biosphärengebiet Südschwarzwald?
Wochen der Entscheidung für das im Südschwarzwald geplante Biosphärengebiet: 16 von 32 Gemeinden, die sich auf das Großschutzgebiet einigen müssen, haben Ja gesagt. Doch Feldberg ringt noch mit dem Land. Es sind Wochen der Entscheidung für das im Südschwarzwald geplante Biosphärengebiet: 16 von 32 Gemeinden, die sich auf das Großschutzgebiet einigen müssen, haben Ja gesagt. Die Gemeinde Feldberg mit ihrer wichtigen Gemarkung ringt noch mit dem Land. In drei Wochen wird – mit Todtmoos – das letzte Votum erwartet. Vertreter von Bund und Land zeigten sich am Dienstag aber überzeugt, dass das Projekt auf gutem Wege sei.Es geht um 68 000 zusammenhängende Hektar Natur, Landschaft und Siedlungsraum südlich von Freiburg bis hinunter zum Hochrhein (Grafik). Sie sollen – getreu der internationalen Unesco-Definition – zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung werden. Das bedeutet, nicht, das Gebiet komplett unter Schutz zu stellen. Vielmehr sollen Ökonomie, Ökologie und Soziales dort vorbildlich ausbalanciert werden. Landwirtschaft, gewerbliche Wirtschaft, Verkehr und Tourismus sollen ebenso ihren Rang behalten wie Natur- und Landschaftsschutz.
Im Kursaal von St. Blasien traf man sich am Dienstagmorgen zum kollektiven Daumendrücken: Landesagrarminister Alexander Bonde (Grüne), die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sowie Bürgermeister und Verbandsvertreter. Bonde sieht das Vorhaben nach jahrelangen Verhandlungen "auf der Zielgeraden". "Noch ist es nicht ganz in trockenen Tüchern", schränkte Schwarzelühr-Sutter ein. Und die Regierungspräsidentin sieht eine "riesige Chance", mit Hilfe des Unesco-Prädikats "diese einzigartige Kulturlandschaft zu veredeln". Für Baden-Württemberg wäre es nach der Schwäbischen Alb das zweite Biosphärenreservat, für Deutschland das Sechzehnte. Weltweit gibt es davon 650. Die Gemeinde Feldberg pokert um ihr Skigebiet. Kritiker fürchten Einschränkungen für Landwirtschaft und Tourismus. So verschob der Gemeinderat von Feldberg auf Betreiben von Bürgermeister Stefan Wirbser am Dienstagabend seine Beitrittsentscheidung. Man will erst vom Land Garantien, dass das Alpinskigebiet auch in einem Biosphärenreservat weiterentwickelt werden kann. Der Feldberg mit seinem Naturschutzgebiet gilt als unverzichtbarer Teil der Gebietskulisse.Befürworter argumentieren mit den guten Selbstdarstellungschancen einer strukturschwachen Region unter dem neuen Label. So könne ein Biosphärengebiet auf seine regionaltypischen Produkte ebenso aufmerksam machen, wie auf ökologisch verträgliche Haltungs- und Herstellungsmethoden. Auch seien nur drei Prozent der Gesamtfläche einer Nutzung entzogen, im Nationalpark sind es 75 Prozent. Sollten die 32 Kommunen sich zu dem Projekt bekennen, müsste 2016 ein entsprechender Antrag bei der Unesco in Paris eingereicht werden. Im Juli 2017 wäre mit einem Zertifikat zu rechnen.Geschäftsstelle in Schönau "Wir brauchen noch einen langen Atem", sagte die Staatssekretärin. Der Minister erinnerte daran, dass die Kosten – 660 000 Euro pro Jahr – in den ersten drei Jahren komplett vom Land übernommen werden. Anschließend ist eine Teilung von 70 Prozent für das Land und 30 Prozent für Kreise und Kommunen vorgesehen. Die Kosten umfassen sechs Personalstellen und die Außendarstellung. Sitz der Geschäftsstelle soll Schönau werden, Besucherzentren und Infostände soll es dezentral in mehreren Orten geben.Nach ursprünglichen Entwürfen wäre das Biosphärengebiet Südschwarzwald wesentlich größer geworden, als es sich jetzt darstellt. Zentral gelegene Städtchen wie Schönau zählten schon früh zu den Befürwortern. Mit Bedauern dagegen mussten die Planer Absagen von Gemeinden am Gebietsrand wie Münstertal und Herrischried samt ihren großen Gemarkungen hinnehmen. Kritiker machten am Dienstag dafür auch eine aus ihrer Sicht mangelnde Berücksichtigung des Bürgerwillens verantwortlich. "Man hätte da", sagte Matthias-Martin Lübke aus Häusern, "ruhig mehr Demokratie wagen können."


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